Projektbeschreibung

Ein auf drei Jahre angelegtes Bildungsprojekt, dessen Ziel die Entwicklung einer Enterprise Systems (ES)-Ausbildungsplattform für Subsahara-Afrika ist, fand am 13. September 2013 seinen Auftakt in einer zukunftsweisenden Partnerschaft zwischen dem Information Systems Department der Universität Kapstadt (UCT), der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg (OvGU) und dem ERP-Marktführer SAP (AG) mit seinem University Alliances Programm.

Die Finanzierung des Projekts wird durch die DEG (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH) zusammen mit der SAP (AG) gewährleistet.

Ziel des PPP-Projekts (Private Public Partnership) ist die Entwicklung einer „on-demand“ Enterprise Resource Planning (ERP)-Lehr- und Lernplattform für Subsahara-Afrika, deren Anpassung und Verwaltung durch die afrikanischen Projektpartner vor Ort erfolgt. Um dieses Ziel zu erreichen, werden umfangreiche kapazitätsfördernde Maßnahmen durchgeführt sowie eine umfassende Lösung entwickelt und implementiert, auf deren Grundlage „blended learning“ (Eine flexible Unterrichtsform, bei der eine Vielfalt an verschiedenen online und offline Lehrmethoden genutzt wird) möglich ist.

Das Projektteam wird nicht nur den Lehrplan konzipieren und bereitstellen, sondern auch eine afrikanische Hochschulgemeinschaft ins Leben rufen, um so die ES/ERP-Kurse innerhalb der Subsahara-Region anbieten zu können. Während die SAP (AG) mit ihrer integrierten Unternehmenssoftware die technische Lösung zur Implementierung bereitstellt, gewährleistet das University Competence Center (UCC) der Universität Magdeburg den entsprechenden Zugang zu den SAP Systemen.

Langfristiges Ziel des dreijährigen Projekts ist zudem die Begründung einer Partnerschaft mit mindestens einer großstädtischen Universität in jedem der dafür vorgesehenen neun Länder Subsahara-Afrikas sowie mit einer weiteren Universität in Südafrika.

Die Partner werden ein hochintegratives Kursdesign entwickeln, wobei der Lehrplan aus einem anpassungsfähigen Inhalt bestehen wird, um regionalen Marktanforderungen und Lernbedürfnissen gerecht werden zu können. Dabei werden die Studierenden nicht nur Geschäftsprozesse kennenlernen, sondern auch erfahren, wie diese in betrieblichen Anwendungssystemen abgebildet werden.

In Zusammenarbeit mit den afrikanischen Partneruniversitäten werden die Enterprise Systems-Kurse für Lehrende und Studierende angeboten. Die UCT wird in diesem Kontext weiterführende Feldstudien durchführen, um so das Kursdesign sowie Lehrmaterialien kontinuierlich evaluieren und optimieren zu können. Dadurch kann ein qualitativ hochwertiger Lehrplan bereitgestellt und langfristig eine nachhaltige Enterprise Systems-Ausbildung gewährleistet werden.

Um eine überregionale ERP-Ausbildung innerhalb der Subsahara-Region zu ermöglichen, werden die Partner eine afrikanische Hochschulgemeinschaft begründen, wobei die UCT sowohl für die Projektdurchführung vor Ort, als auch für die Lehrplanentwicklung sowie Marketingarbeiten während der Projektlaufzeit zuständig sein wird – mit dem Anspruch, ein nachhaltiges Geschäftsmodell für die zukünftige Enterprise Systems-Ausbildung an Universitäten in Subsahara-Afrika zu etablieren.

Hochschulpartnerschaften

Partneruniversitäten

Die Universität Pretoria (UP) trat dem Projekt Mitte November als erster ESEFA Partner bei und wird die neu entwickelten Lehrpläne für ERP-Systeme für Studierende in Südafrika anbieten. Zusammen mit der Universität Kapstadt verfolgt die Universität Pretoria darüber hinaus das Ziel, Partnerschaften mit anderen Universitäten in der Subsahara-Region zu schließen.

Arbeitskräftenachfrage für Informations– und Kommunikationstechnik in afrikanischen Ländern

Afrika ist gekennzeichnet durch große Vielfalt und Unterschiede im sozialen und industriellen Bereich. In den kommenden Jahren werden sich substanzielle ökonomische Veränderungen auf das Leben vieler Menschen auswirken. Neue Branchen entstehen, die die lokalen Jobmärkte stark beeinflussen. In diesem Kontext spielt Informationstechnologie eine entscheidende Rolle in Afrikas weiterer ökonomischer Entwicklung. Unternehmen haben einen Bedarf an hochqualifizierten Arbeitnehmern, die sich mit moderner Informations- und Computertechnologie auskennen müssen, um komplexe Aufgaben und Projekte bewältigen zu können.

Aus diesem Grund muss heranwachsenden Generationen jetzt die Möglichkeit zur professionellen Entwicklung gegeben werden, um ihnen ein tiefgehendes Verständnis für integrierte Unternehmensprozesse sowie Fachkenntnisse in Standard-Software zu vermitteln.

Wissen über Unternehmensprozesse und Software-Anwendungen

Verschiedene Unternehmensbereiche und Managementinformationen, z.B. das Rechnungswesen, Personal, Marketing, die Logistik, Produktion usw. betreffend, werden in einem ERP-System vereint, wodurch der Informationsfluss innerhalb eines Unternehmens und die Kommunikation mit anderen Marktteilnehmern unterstützt wird. ERP-Software optimiert die Vernetzung von Ressourcen und macht Unternehmensprozesse so effizienter. Die Fähigkeit solche Systeme zu verstehen und mit ihnen arbeiten zu können wird in Zukunft ein großer Vorteil für afrikanische Studierende auf dem lokalen Arbeitsmarkt sein. Eine ERP-Ausbildung von hoher Qualität trägt dazu bei den Mangel an professionellen IT-Arbeitskräften in afrikanischen Ländern zu überwinden.

Vorteile für afrikanische Universitäten

Afrikanische Universitäten haben die Möglichkeit, als zukünftiger Partner der UCT die bereitgestellten ERP-Lerninhalte sowohl in ihre betriebswirtschaftlichen als auch technischen Studiengänge zu integrieren. Die Lehr- und Lernmaterialen für die ERP-Kurse werden on- und offline angeboten, um modernen „blended learning“-Unterricht und selbstgesteuertes Lernen zu ermöglichen. Das modular aufgebaute Curriculum hilft Universitäten ihre Kurse und Lernmaterialen den Kursanforderungen anzupassen. Trainerausbildungen an der UCT – in Verbindung mit der Zertifizierung durch SAP University Alliances – werden Dozenten dabei unterstützen, notwendige Kenntnisse im Hinblick auf ERP-Systeme und die Anpassung des Lehrplans zu erlangen, so dass eine ERP-Ausbildung im Rahmen des Studiums möglich ist.

Vorteile für Studierende

Integrierte ERP-Kurse sind eine sinnvolle Ergänzung zu wirtschaftlichen und technischen Studiengängen. Die Kurse vermitteln ein umfassendes Verständnis von Unternehmensprozessen und ERP-Systemen. Außerdem ist das spezifische Anwendungswissen von SAP-Standardsoftware hochrelevant für alle Geschäftstätigkeitsbereiche der unterschiedlichsten Unternehmen. In ERP-Systemen qualifiziertes Personal ist sehr gefragt und wird von Organisationen besonders gesucht, und verbessert deshalb die Marktfähigkeit/Marktwert des Einzelnen und bereitet die Studierenden für die Arbeit in Projekt- und Managementpositionen in komplexen Arbeitsumgebungen vor. Den Studierenden werden optional SAP University Alliances Zertifizierungsprüfungen angeboten. Diese Zertifizierungen können Studierenden einen erheblichen Vorteil auf dem Arbeitsmarkt bringen.

Wie diese Kurse angeboten werden

Ziel ist es, ein ERP- Curriculum für jede der identifizierten Kerndisziplinen zu entwickeln und dieses im Rahmen der jeweiligen Studiengänge wie zum Beispiel Management, Wirtschaftsinformatik / IS (Business Analysis), Ingenieurwissenschaften, IT / Informatik und Rechnungswesen zu integrieren. Darüber hinaus wird ein komprimierter ERP-Grundlagenkurs für außerordentliche Studierende (mit gültigem Zulassungsbescheid) angeboten – einschließlich der Option, eine SAP UA Zertifizierung nach Abschluss dieses Kurses zu erhalten.