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Anreizstrategien für systemintegrierte Unternehmenssimulationen

Anreizstrategien für systemintegrierte Unternehmenssimulationen
Interner Betreuer: Bastian Kurbjuhn, Torsten Zinke

Unternehmen nutzen Szenario basierte Simulationen zum Durchspielen außergewöhnlicher Geschäftsvorfälle oder Notsituationen. Sie können damit ihre Mitarbeiter und Entscheider auf solche Situationen vorbereiten oder auch die Eignung ihrer Geschäftsprozesse überprüfen. Bisheriges Hauptaugenmerk beim Design derartiger Geschäftssimulationen liegt im größtmöglichen Realitätsgrad des Szenarios. Die Motivation der beteiligten Personen, die Simulation ernsthaft und erfolgsorientiert durchzuspielen, wird dagegen bisher kaum betrachtet. Dabei ist dieser Aspekt ebenso entscheidend für den Erfolg der oft teuren Simulationen. Kann fehlende oder falsche Motivation doch dazu führen, dass die Simulation nicht in den gewünschten Bahnen verläuft oder die Ergebnisse verfälscht werden und somit schlechter auf die Realität übertragbar sind.

Beispielsweise möchte ein Unternehmen vor einem geplanten Prozesswechsel die neuen Abläufe vorab mit den betroffenen Mitarbeitern in einer Simulationsumgebung durchspielen um die Mitarbeiter entsprechend vorzubereiten und die Effizienz der neuen Prozesse zu überprüfen. Die Simulation ist durchaus bedeutend für das Unternehmen, soll sie doch die Grundlagen für eine möglichst reibungslose Umstellung auf die neuen Prozesse schaffen und u. U. doch noch Schwachstellen in den neuen Abläufen aufdecken bevor diese in die Realität überführt werden. Zudem geht mit der Simulation ein nicht unerheblicher finanzieller Aufwand (allein durch die eingesetzten Arbeitsstunden der beteiligten Mitarbeiter) einher. Es besteht daher ein starkes Interesse für das Unternehmen an einer effizienten und effektiven Durchführung der Simulation. Das eigentliche Simulationsszenario lässt sich anhand der Prozessschritte recht einfach erstellen. Jedoch sollte die Simulation ebenfalls motivierend für die durchführenden Mitarbeiter gestaltet werden um z. B. dem Gefühl „ich habe eigentlich etwas Besseres zu tun als mehrere Tage in dieser Simulation zu sitzen“ entgegenzuwirken. Die Vermittlung von Spaß und Erfolgserlebnissen in der Simulation führt zu einem besseren Lerneffekt bei den Mitarbeitern und einer gewissenhafteren Ausführung der Simulationsschritte, was auch eine realitätsnähere Auswertung der Ergebnisse (z. B. hinsichtlich der Effizienz der neuen Prozesse) ermöglicht.

Das Unternehmen möchte zudem die Simulation auf seinen vorhandenen Systemen (beispielsweise dem ERP System) und mit realen Daten durchführen, weswegen ein systemintegrierter Ansatz zu wählen ist. Dieser bietet neben dem höheren Realitätsgrad auch den Vorteil, dass die Mitarbeiter sich für die Simulation nicht erst in einer neuen Systemumgebung zurechtfinden müssen.

Durch die Vielzahl möglicher Szenarien für Unternehmenssimulationen und die verschiedenen Arten der Motivation von Mitarbeitern gibt es keine auf alle Fälle anwendbare Anreizstrategie. Auch sind nicht alle Anreizstrategien auf systemintegrierte Simulationen anwendbar. Stattdessen wird ein Portfolio benötigt, anhand dessen eine passende Strategie für den jeweiligen Simulationskontext und den gewünschten Motivationsansatz ausgewählt werden kann.

Die Arbeit stellt für jede Motivationsart mindestens eine Strategie vor um diese im Rahmen von Geschäftssimulationen anzusprechen. Diese Strategien werden anhand geeigneter Kriterien überprüft und in einen Vergleichsrahmen eingeordnet. Der Vergleichsrahmen gibt einen Überblick darüber, welche Strategien in welchem Simulationskontext am geeignetsten sind.

Es kommt der Design-Science-Ansatz nach Hevner zum Einsatz.